Feuchtesensoren für Tierhaltung und Agrar

Welche besonderen Anforderungen hohe Luftfeuchtigkeit und kondensationsnahe Umgebungsbedingungen an moderne Sensorik stellen, haben wir bereits in unserem vorherigen Beitrag erläutert. Dort lag der Fokus auf den Herausforderungen nahezu gesättigter Luft und deren Auswirkungen auf die Messstabilität.

Doch nicht nur Feuchtigkeit selbst beeinflusst die Zuverlässigkeit von Sensoren. Auch aggressive Umgebungsbedingungen und belastete Luft können die Lebensdauer und Messgenauigkeit erheblich beeinträchtigen – insbesondere in anspruchsvollen Bereichen wie der Tierhaltung (z. B. Geflügelzucht).

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Anwendung in Agrarwirtschaft & Tierzucht

In der Tierhaltung entstehen anspruchsvolle Messbedingungen überall dort, wo Feuchte, Wärme, organische Belastungen und Lüftung zusammenkommen. Besonders in Ställen, Technikbereichen und Abluftsystemen ist die Sensorik nicht nur hoher Luftfeuchte ausgesetzt, sondern auch Ammoniak, Staub, Aerosolen und organischen Partikeln aus der Umgebungsluft.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Rinder-, Schweine- und Geflügelställe
  • Stallbereiche mit hoher Grundfeuchte
  • Technik- und Nebenräume in Agrarbetrieben
  • Lüftungs- und Abluftkanäle
  • Bereiche mit organischen Stäuben oder Ammoniakbelastung

Für Betreiber bedeutet das: Die Feuchtemessung muss auch bei wechselnden Stallklimabedingungen belastbare Werte liefern. Nur so lassen sich Lüftung, Temperaturführung und Entfeuchtung zuverlässig regeln und stabile Bedingungen für Tiere, Technik und Gebäude unterstützen.

Warum klassische Feuchtefühler in Stallluft an Grenzen stoßen

Klassische Feuchtefühler sind häufig für normale Raumluft ausgelegt. In Stall- und Agrarumgebungen wirken jedoch zusätzliche Belastungen auf das Sensorelement ein. Ammoniak, organische Partikel, Staub und feuchte Aerosole können sich auf Oberflächen ablagern und die Messqualität langfristig beeinflussen.

Die Veränderung zeigt sich oft nicht sofort. In der Praxis entstehen eher schleichende Effekte: Messwerte reagieren langsamer, weichen stärker ab oder sind nicht mehr eindeutig reproduzierbar. Für die Regelung ist das problematisch, weil Lüftung und Klimaführung auf verlässliche Feuchte- und Temperaturwerte angewiesen sind.

AFTF-45 und KFTF-45 setzen genau an diesem Punkt an. Die geschützte Sensorik reduziert den direkten Einfluss belastender Umgebungsluft auf das Sensorelement und unterstützt dadurch stabilere Messwerte über längere Zeiträume.

Typische Herausforderungen: Ammoniak, Staub und hohe Luftfeuchte

Die anspruchsvollsten Bedingungen entstehen in der Tierhaltung durch die Kombination aus hoher Feuchte, organischer Belastung und wechselnder Luftführung.

Typische Einflussfaktoren sind:

  • Ammoniakbelastung: Stallluft kann chemisch belastet sein und Sensoroberflächen langfristig beeinflussen.
  • Organische Stäube und Partikel: Futterstaub, Einstreu und Partikel aus der Tierhaltung können sich auf Oberflächen ablagern.
  • Hohe Grundfeuchte: Tiere, Einstreu, Reinigung und Stallklima führen häufig zu dauerhaft erhöhter Luftfeuchte.
  • Temperaturschwankungen: Tag-Nacht-Wechsel, Lüftung und Heizsysteme verändern Feuchte- und Temperaturverhältnisse.
  • Luftführung: Zu- und Abluft, Ventilatoren und Abluftkanäle beeinflussen die lokale Feuchteverteilung.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Auswahl eines robusten Sensors, sondern auch die passende Messstelle. Direkte Verschmutzung, stark lokale Feuchtespitzen oder schlecht durchströmte Bereiche sollten bei der Planung vermieden werden.

Welche Messgrößen sind in Tierhaltung und Agrar relevant?

Für Stallklima und Agraranwendungen sind Feuchte und Temperatur die wichtigsten Basisgrößen. Besonders bei Lüftung, Heizung oder Entfeuchtung ist aber auch das Zusammenspiel der Messwerte entscheidend.

Wichtige Messgrößen sind:

  • relative Feuchte – zentrale Regelgröße für Stallklima und Raumluft
  • Temperatur – beeinflusst Tierwohl, Feuchteverhalten und Lüftungsstrategie
  • Taupunkt – hilft bei der Bewertung von Kondensationsrisiken
  • absolute Feuchte – zeigt den tatsächlichen Wassergehalt der Luft
  • Mischungsverhältnis – unterstützt die Beurteilung von Lüftungs- und Entfeuchtungsprozessen

AFTF-45 und KFTF-45 erfassen Feuchte und Temperatur und können zusätzliche berechnete Kenngrößen für GLT, DDC, SPS oder Stallklimasysteme bereitstellen.

AFTF-45 oder KFTF-45 – welche Bauform passt?

Für Tierhaltung und Agrarbereiche kommen je nach Anlage sowohl Aufputzfühler als auch Kanalfühler infrage. Entscheidend ist, wo der Messwert für Regelung oder Überwachung benötigt wird.

AFTF-45 als Aufputzfühler

  • Wandmontage in Stall-, Technik- oder Nebenbereichen
  • direkte Messung der Raumluft
  • geeignet für Bereiche mit feuchter und belasteter Umgebungsluft

Der AFTF-45 eignet sich, wenn Feuchte und Temperatur direkt im Raum erfasst werden sollen – zum Beispiel in Stallbereichen, Technikräumen oder angrenzenden Nebenbereichen.

KFTF-45 als Kanalfühler

  • Einbau in Lüftungs- und Abluftkanäle
  • Messung in Zu- oder Abluftstrecken
  • geeignet für Stalllüftung, Abluftsysteme und zentrale Luftführung

Der KFTF-45 ist sinnvoll, wenn Feuchte und Temperatur in der Luftführung gemessen werden sollen, etwa zur Regelung von Abluft, Zuluft oder Entfeuchtung.

In größeren Anlagen kann eine Kombination sinnvoll sein: Der Raumfühler zeigt die Bedingungen im Stallbereich. Der Kanalfühler zeigt, welche Luft abgeführt, aufbereitet oder wieder eingebracht wird.

Abgrenzung: AFTF-35 vs. AFTF-45

AFTF-35 und KFTF-35 sind die passende Wahl, wenn Hochfeuchte, Feuchtedynamik und Kondensationsrisiko im Vordergrund stehen.

AFTF-45 und KFTF-45 sind sinnvoll, wenn zusätzlich chemische oder partikuläre Belastungen auftreten – zum Beispiel durch Ammoniak, organische Stäube, Aerosole oder belastete Stallluft.

Als einfache Entscheidungshilfe:

  • Kondensation und schnelle Feuchtewechsel sind das Hauptproblem: Serie 35
  • Ammoniak, Staub, Partikel oder belastete Luft sind das Hauptproblem: Serie 45

Wichtig: Auch geschützte Sensorik ersetzt keine fachgerechte Planung der Messstelle. Direkte Verschmutzung, dauerhafte Benetzung oder stark lokale Belastung sollten vermieden werden.

Hier gehts zu unserem Blogbeitrag für Hochfeuchte Anwendungen (AFTF-35 / KFTF-35)

Jetzt passende Feuchtesensoren für Tierhaltung und Agrar auswählen

In Tierhaltung und Agrarbereichen stellen hohe Luftfeuchte, Ammoniak, organische Stäube, Aerosole und wechselnde Stallklimabedingungen besondere Anforderungen an die Sensorik. AFTF-45 und KFTF-45 sind für raue Umgebungsbedingungen ausgelegt und unterstützen eine stabile Feuchte- und Temperaturmessung in belasteter Umgebungsluft.

Für Sie bedeutet das:

  • zuverlässigere Messwerte in anspruchsvollen Stall- und Agrarumgebungen
  • bessere Grundlage für Lüftung, Heizung und Entfeuchtung
  • geringerer Wartungs- und Austauschaufwand
  • einfache Einbindung in GLT, DDC, SPS oder Stallklimasysteme
  • passende Bauformen für Raum- und Kanalmessung

Je nach Einbausituation wählen Sie die passende Variante: AFTF-45 für die direkte Raumluftmessung oder KFTF-45 für den Einbau in Lüftungs- und Abluftkanäle.

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