Hochfeuchtesensorik in Lebensmittelindustrie & Hygienebereiche

Hohe Luftfeuchtigkeit stellt in vielen Anwendungen besondere Anforderungen an die eingesetzte Sensorik. Welche Herausforderungen dabei durch Kondensatbildung, Temperaturschwankungen und dauerhaft feuchte Umgebungen entstehen, haben wir bereits in unserem vorherigen Beitrag erläutert.

Doch wie verhalten sich Sensoren unter realen Bedingungen in hygienekritischen Produktionsbereichen?

Gerade in der Lebensmittelindustrie und in Hygienebereichen herrschen häufig anspruchsvolle Umgebungsbedingungen. Regelmäßige Reinigungs- und Desinfektionsprozesse, aggressive Reinigungsmittel sowie wechselnde Betriebszustände führen dazu, dass Sensoren nicht nur hoher Feuchtigkeit, sondern zusätzlich chemischen Belastungen dauerhaft ausgesetzt sind.

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Anwendung in Lebensmittelproduktion und Hygienebereichen

In der Lebensmittelindustrie entstehen anspruchsvolle Messbedingungen überall dort, wo produziert, gereinigt, gespült, abgefüllt oder verpackt wird. Die Sensorik ist dabei nicht nur hoher Luftfeuchte ausgesetzt, sondern oft auch Sprühnebel, Reinigungsrückständen, Aerosolen und feinen Partikeln aus der Umgebungsluft.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Produktionsräume mit hoher Grundfeuchte
  • Abfüll- und Verpackungsbereiche
  • Hygienebereiche mit regelmäßiger Reinigung
  • Reinigungs- und Spülbereiche
  • Technik- und Nebenräume mit belasteter Umgebungsluft
  • Zu- und Abluftkanäle von RLT-Anlagen

Für Betreiber bedeutet das: Die Feuchtemessung muss auch nach Reinigungszyklen und bei wechselnden Betriebszuständen belastbare Werte liefern. Nur so lassen sich Lüftung, Kühlung und Entfeuchtung zuverlässig regeln und stabile Produktionsbedingungen sichern.

Warum klassische Feuchtefühler in Hygienebereichen an Grenzen stoßen

Klassische Feuchtefühler sind häufig für normale Raumluft ausgelegt. In hygienekritischen Produktionsbereichen wirken jedoch zusätzliche Belastungen auf das Sensorelement ein. Reinigungsprozesse, feuchte Aerosole, Partikel und chemische Rückstände können sich auf Oberflächen absetzen und die Messqualität langfristig beeinflussen.

Die Veränderung zeigt sich oft nicht sofort. In der Praxis entstehen eher schleichende Effekte: Messwerte reagieren langsamer, weichen stärker ab oder stabilisieren sich nach Reinigungsphasen nur verzögert. Für die Regelung ist das problematisch, weil Lüftung, Kühlung oder Entfeuchtung auf verlässliche Feuchte- und Temperaturwerte Angewiesen sind.

AFTF-45 und KFTF-45 setzen genau an diesem Punkt an. Die geschützte Sensorik reduziert den direkten Einfluss belastender Umgebungsluft auf das Sensorelement und unterstützt dadurch stabilere Messwerte über längere Zeiträume.

Typische Herausforderungen: Reinigung, Aerosole und belastete Umgebungsluft

Die anspruchsvollsten Bedingungen entstehen in der Lebensmittelindustrie häufig nicht im gleichmäßigen Produktionsbetrieb, sondern bei Reinigungszyklen, Produktwechseln oder wechselnden Raumzuständen.

Typische Einflussfaktoren sind:

  • Reinigungsprozesse: Nassreinigung, Desinfektion oder Spülprozesse können Feuchtespitzen und Rückstände verursachen.
  • Sprühnebel und Aerosole: Feine Tröpfchen können sich auf Oberflächen ablagern und die Messbedingungen beeinflussen.
  • Partikuläre Belastung: Staub, Produktpartikel oder Rückstände aus der Umgebungsluft können Sensoroberflächen belasten.
  • Temperaturwechsel: Wechsel zwischen Produktion, Reinigung und Stillstand verändert Feuchte- und Temperaturverhältnisse.
  • Luftführung: Zu- und Abluft, Umluftsysteme oder Entfeuchtung beeinflussen die lokale Feuchteverteilung.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Auswahl eines robusten Sensors, sondern auch die passende Messstelle. Direkter Sprühnebel, starke lokale Feuchtespitzen oder schlecht durchströmte Bereiche sollten bei der Planung vermieden werden.

Welche Messgrößen sind in Lebensmittel- und Hygienebereichen relevant?

Für die Klimaregelung in Produktions- und Hygienebereichen sind Feuchte und Temperatur die wichtigsten Basisgrößen. Besonders bei Reinigung, Kühlung oder Entfeuchtung ist aber auch das Zusammenspiel der Messwerte entscheidend.

Wichtige Messgrößen sind:

  • relative Feuchte – zentrale Regelgröße für Raumluft und Entfeuchtung
  • Temperatur – beeinflusst Feuchteverhalten, Kondensation und Prozessumgebung
  • Taupunkt – hilft bei der Bewertung von Kondensationsrisiken
  • absolute Feuchte – zeigt den tatsächlichen Wassergehalt der Luft
  • Mischungsverhältnis – unterstützt die Beurteilung von Lüftungs- und Entfeuchtungsprozessen

AFTF-45 und KFTF-45 erfassen Feuchte und Temperatur und können zusätzliche berechnete Kenngrößen für GLT, DDC, SPS oder RLT-Anlagen bereitstellen.

AFTF-45 oder KFTF-45 – welche Bauform passt?

Für Lebensmittelindustrie und Hygienebereiche kommen je nach Anlage sowohl Aufputzfühler als auch Kanalfühler infrage. Entscheidend ist, wo der Messwert für Regelung oder Überwachung benötigt wird.

AFTF-45 als Aufputzfühler

  • Wandmontage in Produktions-, Hygiene- oder Technikbereichen
  • direkte Messung der Raumluft
  • geeignet für Bereiche mit feuchter und belasteter Umgebungsluft

Der AFTF-45 eignet sich, wenn Feuchte und Temperatur direkt im Raum erfasst werden sollen – zum Beispiel in Produktionsräumen, Abfüllbereichen, Verpackungszonen oder angrenzenden Technikbereichen.

KFTF-45 als Kanalfühler

  • Einbau in Lüftungs- und Klimakanäle
  • Messung in Zu- oder Abluftstrecken
  • geeignet für RLT-Anlagen, Umluftsysteme und zentrale Entfeuchtung

Der KFTF-45 ist sinnvoll, wenn Feuchte und Temperatur in der Luftführung gemessen werden sollen, etwa zur Regelung von Abluft, Zuluft, Entfeuchtung oder zentraler Klimatisierung.

In größeren Anlagen kann eine Kombination sinnvoll sein: Der Raumfühler zeigt die Bedingungen im Produktionsbereich. Der Kanalfühler zeigt, welche Luft abgeführt, aufbereitet oder wieder eingebracht wird.

Abgrenzung: AFTF-35 vs. AFTF-45

AFTF-35 und KFTF-35 sind die passende Wahl, wenn Hochfeuchte, Feuchtedynamik und Kondensationsrisiko im Vordergrund stehen.

AFTF-45 und KFTF-45 sind sinnvoll, wenn zusätzlich chemische oder partikuläre Belastungen auftreten – zum Beispiel durch Reinigungsrückstände, Sprühnebel, Aerosole oder belastete Umgebungsluft.

Als einfache Entscheidungshilfe:

  • Kondensation und schnelle Feuchtewechsel sind das Hauptproblem: Serie 35
  • Reinigung, Aerosole, Partikel oder belastete Luft sind das Hauptproblem: Serie 45

Wichtig: Auch geschützte Sensorik ersetzt keine fachgerechte Planung der Messstelle. Direkter Kontakt mit Reinigungsmitteln, dauerhafte Benetzung oder stark lokaler Sprühnebel sollten vermieden werden.

Hier gehts zu unserem Blogbeitrag für Hochfeuchte Anwendungen (AFTF-35 / KFTF-35)

Jetzt passende Feuchtesensoren für Lebensmittelindustrie und Hygienebereiche auswählen

In Lebensmittelproduktion und Hygienebereichen stellen hohe Luftfeuchte, Reinigungsprozesse, Sprühnebel, Aerosole und wechselnde Betriebszustände besondere Anforderungen an die Sensorik. AFTF-45 und KFTF-45 sind für raue Umgebungsbedingungen ausgelegt und unterstützen eine stabile Feuchte- und Temperaturmessung in belasteter Umgebungsluft.

Für Sie bedeutet das:

  • zuverlässigere Messwerte in anspruchsvollen Produktionsumgebungen
  • bessere Grundlage für Lüftung, Kühlung und Entfeuchtung
  • geringerer Wartungs- und Austauschaufwand
  • einfache Einbindung in GLT, DDC, SPS oder RLT-Anlagen
  • passende Bauformen für Raum- und Kanalmessung

Je nach Einbausituation wählen Sie die passende Variante: AFTF-45 für die direkte Raumluftmessung oder KFTF-45 für den Einbau in Lüftungs- und Klimakanäle.

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