Hochfeuchtesensorik in Industrie & Fertigung

Welche Herausforderungen hohe Luftfeuchtigkeit, Kondensatbildung und aggressive Umgebungsbedingungen für Sensoren bedeuten, haben wir bereits im vorherigen Beitrag beschrieben. Doch auch außerhalb von Hochfeuchte-Anwendungen gibt es zahlreiche Einsatzbereiche, in denen Sensorik dauerhaft hohen Belastungen ausgesetzt ist.

Besonders in Industrie- und Fertigungsumgebungen müssen Sensoren unter schwierigen Bedingungen langfristig zuverlässig arbeiten. 

Zurück zum Blog

Anwendungen in Industrie und Produktionsstätten

In Industrie- und Fertigungsbereichen entstehen anspruchsvolle Messbedingungen überall dort, wo Produktion, Luftführung, Wärme, Staub oder Emissionen zusammenkommen. Die Sensorik ist dabei nicht nur Feuchte und Temperatur ausgesetzt, sondern häufig auch Partikeln, Schweißrauch, Aerosolen oder chemischen Bestandteilen in der Umgebungsluft.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Produktions- und Fertigungshallen
  • Schweißbereiche und metallverarbeitende Betriebe
  • Bereiche mit Staub oder partikelbelasteter Luft
  • Technik- und Maschinenräume
  • Lüftungs- und Abluftkanäle
  • Bereiche mit wechselnden Produktionsbedingungen

Für Betreiber bedeutet das: Die Feuchtemessung muss auch im kontinuierlichen Betrieb belastbare Werte liefern. Nur so lassen sich Lüftung, Entfeuchtung, Raumklima und Anlagenbetrieb zuverlässig überwachen und regeln.

Warum klassische Feuchtefühler in Industrieumgebungen an Grenzen stoßen

Klassische Feuchtefühler sind häufig für vergleichsweise saubere Raumluft ausgelegt. In industriellen Anwendungen wirken jedoch zusätzliche Belastungen auf das Sensorelement ein. Staub, Partikel, Schweißrauch, Aerosole oder chemische Emissionen können sich auf Oberflächen ablagern und die Messqualität langfristig beeinflussen.

Diese Veränderung tritt oft schleichend auf. Messwerte reagieren langsamer, weichen stärker ab oder sind nicht mehr eindeutig reproduzierbar. Für die Regelung ist das kritisch, weil Lüftung, Entfeuchtung oder Prozessüberwachung auf verlässliche Feuchte- und Temperaturwerte angewiesen sind.

AFTF-45 und KFTF-45 setzen genau an diesem Punkt an. Die geschützte Sensorik reduziert den direkten Einfluss belastender Umgebungsluft auf das Sensorelement und unterstützt dadurch stabilere Messwerte über längere Zeiträume.

Typische Herausforderungen: Staub, Partikel und wechselnde Produktionsbedingungen

Die anspruchsvollsten Bedingungen entstehen in Industrie und Fertigung durch die Kombination aus Luftbelastung, Temperaturwechseln und dynamischem Anlagenbetrieb.

Typische Einflussfaktoren sind:

  • Schweißrauch und Aerosole: Feine Bestandteile aus Fertigungsprozessen können sich auf Oberflächen ablagern.
  • Staub und Partikel: Produktionsstaub, Materialabrieb oder Prozesspartikel können die Sensorik langfristig belasten.
  • Chemische Emissionen: Je nach Prozess können Bestandteile in der Luft entstehen, die Sensoroberflächen beeinflussen.
  • Temperaturwechsel: Maschinenbetrieb, Hallenlüftung und Stillstandsphasen verändern Feuchte- und Temperaturverhältnisse.
  • Luftführung: Zu- und Abluft, Absaugung, Umluftsysteme oder RLT-Anlagen beeinflussen die lokale Feuchteverteilung.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Auswahl eines robusten Sensors, sondern auch die passende Messstelle. Direkte Prozessbelastung, stark verschmutzte Zonen oder schlecht durchströmte Bereiche sollten bei der Planung vermieden werden.

Welche Messgrößen sind in Industrie und Fertigung relevant?

Für Industrie- und Fertigungsbereiche sind Feuchte und Temperatur wichtige Basisgrößen für Raumklima, Lüftung und Anlagenüberwachung. Besonders bei wechselnden Produktionsbedingungen ist aber auch das Zusammenspiel der Messwerte entscheidend.

Wichtige Messgrößen sind:

  • relative Feuchte – zentrale Regelgröße für Raumluft, Lüftung und Entfeuchtung
  • Temperatur – beeinflusst Feuchteverhalten, Raumklima und Prozessumgebung
  • Taupunkt – hilft bei der Bewertung von Kondensationsrisiken
  • absolute Feuchte – zeigt den tatsächlichen Wassergehalt der Luft
  • Mischungsverhältnis – unterstützt die Beurteilung von Luftaustausch und Entfeuchtung

AFTF-45 und KFTF-45 erfassen Feuchte und Temperatur und können zusätzliche berechnete Kenngrößen für GLT, DDC, SPS oder RLT-Anlagen bereitstellen.

AFTF-45 oder KFTF-45 – welche Bauform passt?

ür Industrie- und Fertigungsbereiche kommen je nach Anlage sowohl Aufputzfühler als auch Kanalfühler infrage. Entscheidend ist, wo der Messwert für Regelung oder Überwachung benötigt wird.

AFTF-45 als Aufputzfühler

  • Wandmontage in Produktions-, Technik- oder Hallenbereichen
  • direkte Messung der Raumluft
  • geeignet für Bereiche mit belasteter Umgebungsluft

Der AFTF-45 eignet sich, wenn Feuchte und Temperatur direkt im Raum erfasst werden sollen – zum Beispiel in Produktionshallen, Maschinenbereichen, Technikräumen oder angrenzenden Nebenbereichen.

KFTF-45 als Kanalfühler

  • Einbau in Lüftungs- und Abluftkanäle
  • Messung in Zu- oder Abluftstrecken
  • geeignet für RLT-Anlagen, Absaugungen, Umluftsysteme und zentrale Luftführung

Der KFTF-45 ist sinnvoll, wenn Feuchte und Temperatur in der Luftführung gemessen werden sollen, etwa zur Überwachung von Abluft, Zuluft, Entfeuchtung oder zentraler Klimatisierung.

In größeren Industrieanlagen kann eine Kombination sinnvoll sein: Der Raumfühler zeigt die Bedingungen im Produktionsbereich. Der Kanalfühler zeigt, welche Luft abgeführt, aufbereitet oder wieder eingebracht wird.

Abgrenzung: AFTF-35 vs. AFTF-45

AFTF-35 und KFTF-35 sind die passende Wahl, wenn Hochfeuchte, Feuchtedynamik und Kondensationsrisiko im Vordergrund stehen.

AFTF-45 und KFTF-45 sind sinnvoll, wenn zusätzlich chemische oder partikuläre Belastungen auftreten – zum Beispiel durch Staub, Schweißrauch, Aerosole, Emissionen oder belastete Produktionsluft.

Als einfache Entscheidungshilfe:

  • Kondensation und schnelle Feuchtewechsel sind das Hauptproblem: Serie 35
  • Staub, Partikel, Aerosole oder belastete Luft sind das Hauptproblem: Serie 45

Wichtig: Auch geschützte Sensorik ersetzt keine fachgerechte Planung der Messstelle. Direkte Prozessbelastung, starke Verschmutzung oder dauerhafte Benetzung sollten vermieden werden.

Hier gehts zu unserem Blogbeitrag für Hochfeuchte Anwendungen (AFTF-35 / KFTF-35)

Jetzt passende Feuchtesensoren für Industrie und Fertigung auswählen

In Industrie- und Fertigungsumgebungen stellen Staub, Partikel, Schweißrauch, Aerosole, chemische Emissionen und wechselnde Produktionsbedingungen besondere Anforderungen an die Sensorik. AFTF-45 und KFTF-45 sind für raue Umgebungsbedingungen ausgelegt und unterstützen eine stabile Feuchte- und Temperaturmessung in belasteter Umgebungsluft.

Für Sie bedeutet das:

  • zuverlässigere Messwerte in anspruchsvollen Industrieumgebungen
  • bessere Grundlage für Lüftung, Entfeuchtung und Anlagenüberwachung
  • geringerer Wartungs- und Austauschaufwand
  • einfache Einbindung in GLT, DDC, SPS oder RLT-Anlagen
  • passende Bauformen für Raum- und Kanalmessung

Je nach Einbausituation wählen Sie die passende Variante: AFTF-45 für die direkte Raumluftmessung oder KFTF-45 für den Einbau in Lüftungs- und Abluftkanäle.

Feuchtesensoren für Industrie & Fertigung entdecken

Einklappbarer Inhalt