Hochfeuchte Sensorik für Pharma & temperaturgeführte Logistik

Warum Feuchtemessung unter Hochfeuchtebedingungen in kritischen Umgebungen unverzichtbar ist und welche Herausforderungen bei nahezu gesättigter Luft auftreten, haben wir in diesem Beitrag detailliert erläutert (> zum Beitrag Hochfeuchte AFTF 35 / KFTF 35).

Doch wie sieht das konkret in der Praxis aus?

Ein besonders sensibler Anwendungsbereich ist die Pharma- und temperaturgeführte Logistik. In Kühlketten, Lager- und Umschlagbereichen führen Temperaturwechsel, Türöffnungen und unterschiedliche Klimazonen schnell zu Kondensationsbildung – mit direkten Auswirkungen auf Messgenauigkeit, Produktsicherheit und regulatorische Konformität.

In diesem Beitrag zeigen wir, wie sich diese Herausforderungen in der Pharma- und Kühllogistik gezielt beherrschen lassen – und warum zuverlässige, speziell entwickelte Feuchte- und Temperatursensorik eine zentrale Rolle für stabile Prozesse und sichere Transportbedingungen spielt. 

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Anwendung in Pharma- & temperaturgeführter Logistik

In der Pharma- und Logistikbranche entstehen hohe Anforderungen an die Feuchte- und Temperaturmessung überall dort, wo Produkte unter definierten klimatischen Bedingungen gelagert, umgeschlagen oder transportvorbereitet werden. Besonders in Kühlketten, Pharmalagern, Schleusenbereichen und temperaturgeführten Logistikzentren können sich die Umgebungsbedingungen schnell verändern.

Typische Szenarien:

  • Kühlkettenlager für Medikamente und pharmazeutische Produkte
  • temperaturgeführte Logistikzentren
  • Umschlagbereiche mit häufigen Türöffnungen
  • Schleusen, Vorkühlzonen und Übergangsbereiche
  • Lüftungs- und Klimakanäle in Lager- und Logistikanlagen

Für Betreiber bedeutet das: Die Messwerte müssen nicht nur im stabilen Dauerbetrieb zuverlässig sein, sondern auch bei Luftaustausch, Temperaturwechseln und kurzfristigen Feuchtespitzen. Nur so lassen sich Klimaüberwachung, Regelung und Dokumentation auf belastbare Daten stützen.

Warum Feuchtemessung in Kühlkette und Pharmalogistik wichtig ist

In Pharma- und Logistikbereichen steht die Luftfeuchte immer im Zusammenhang mit Temperaturführung, Produktsicherheit und Nachvollziehbarkeit. Besonders bei gekühlten oder temperierten Bereichen können Temperaturunterschiede dazu führen, dass die relative Feuchte schnell ansteigt und Kondensation entsteht.

Kritisch sind vor allem Übergänge zwischen verschiedenen Klimazonen. Wird warme, feuchte Luft in einen kälteren Bereich eingetragen, kann sich Feuchtigkeit an Oberflächen, Verpackungen, Bauteilen oder Sensoren niederschlagen. Das kann Messwerte verfälschen und die Bewertung der Lagerbedingungen erschweren.

Eine stabile Feuchte- und Temperaturmessung hilft, solche Zustände frühzeitig zu erkennen und Kühlung, Lüftung oder Entfeuchtung gezielter zu regeln. Gleichzeitig unterstützt sie nachvollziehbare Monitoring-Daten für Qualitätsmanagement, Audits und Prozessbewertung.

Typische Herausforderungen: Temperaturzonen, Türöffnungen und Feuchtespitzen

Die anspruchsvollsten Bedingungen entstehen in der Pharmalogistik häufig nicht im konstanten Lagerbetrieb, sondern an Übergängen zwischen verschiedenen Temperatur- und Feuchtebereichen.

Typische Einflussfaktoren sind:

  • Türöffnungen und Warenumschlag: Warme oder feuchte Luft kann in gekühlte Bereiche eindringen und lokale Feuchtespitzen verursachen.
  • Unterschiedliche Temperaturzonen: Übergänge zwischen Lager, Schleuse, Kühlraum und Verladebereich erhöhen das Risiko für Kondensation.
  • Luftaustausch und Luftführung: Zu- und Abluft, Umluftsysteme oder Kühlgeräte beeinflussen die lokale Feuchteverteilung.
  • Stillstands- und Betriebsphasen: Änderungen im Anlagenbetrieb können Temperatur und relative Feuchte kurzfristig verändern.
  • Kalte Oberflächen: An Türen, Wänden, Decken, Regalen oder Verpackungen kann bei ungünstigen Bedingungen Feuchtigkeit ausfallen.

Klassische Feuchtefühler können in solchen Situationen an Grenzen stoßen. Bildet sich Kondensat am Sensorelement, entstehen häufig träge Messwerte, längere Erholzeiten oder ungenaue Regelimpulse. Betauungsgeschützte Feuchte- und Temperaturfühler reduzieren dieses Risiko und unterstützen stabilere Messwerte in kritischen Hochfeuchtephasen.

Welche Messgrößen sind in Pharma- und Logistikbereichen relevant?

Für temperaturgeführte Lager- und Logistikbereiche sind nicht nur einzelne Messwerte entscheidend, sondern ihr Zusammenspiel. Besonders Temperaturwechsel und Luftaustausch können die relative Feuchte schnell verändern.

Wichtige Messgrößen sind:

  • relative Feuchte – zentrale Größe für Raumklima, Lagerbedingungen und Monitoring
  • Temperatur – entscheidend für Kühlkette, Lagerzonen und Feuchteverhalten
  • Taupunkt – hilft bei der Bewertung von Kondensationsrisiken
  • absolute Feuchte – zeigt den tatsächlichen Wassergehalt der Luft
  • Mischungsverhältnis – unterstützt die Beurteilung von Luftaustausch und Entfeuchtung

AFTF-35 und KFTF-35 erfassen Feuchte und Temperatur und können zusätzliche berechnete Kenngrößen für GLT, DDC, SPS oder Monitoring-Systeme bereitstellen.

AFTF-35 oder KFTF-35 – welche Bauform eignet sich für Pharma & Logistik?

Für Pharma- und Logistikbereiche kommen je nach Anlage sowohl Aufputzfühler als auch Kanalfühler infrage. Entscheidend ist, wo der Messwert für Regelung, Monitoring oder Dokumentation benötigt wird.

AFTF-35 als Aufputzfühler

  • Wandmontage in Lager-, Kühl-, Schleusen- oder Technikbereichen
  • direkte Messung der Raumluft
  • geeignet für Bereiche mit hoher Luftfeuchte und dynamischen Betriebszuständen

Der AFTF-35 eignet sich, wenn Feuchte und Temperatur direkt im Raum erfasst werden sollen – zum Beispiel in Kühlräumen, Pharmalagern, Umschlagbereichen oder technischen Nebenräumen.

KFTF-35 als Kanalfühler

  • Einbau in Lüftungs- und Klimakanäle
  • Messung in Zu- oder Abluftstrecken
  • geeignet für RLT-Anlagen, Umluftsysteme und zentrale Luftaufbereitung

Der KFTF-35 ist sinnvoll, wenn Feuchte und Temperatur in der Luftführung gemessen werden sollen, etwa zur Regelung von Zu- und Abluft, Entfeuchtung oder zentraler Klimatisierung.

In größeren Anlagen kann eine Kombination beider Messstellen sinnvoll sein: Der Kanalfühler zeigt, welche Luft eingebracht oder abgeführt wird. Der Raumfühler zeigt, welche Bedingungen tatsächlich im Lager- oder Umschlagbereich ankommen.

Montage und Messstelle in Lager- und Logistikbereichen

Die Messstelle sollte so gewählt werden, dass sie die realen Lager- oder Prozessbedingungen möglichst repräsentativ erfasst. Beim AFTF-35 empfiehlt sich eine gut zugängliche Position mit ausreichender Luftbewegung – nicht direkt neben Türen, nicht unmittelbar im Luftstrom von Kühlgeräten, Auslässen oder Ventilatoren und nicht in Bereichen mit stark lokalen Feuchtespitzen.

Der KFTF-35 wird als Kanalfühler über den mitgelieferten Montageflansch in Lüftungs- oder Klimakanäle eingebaut. Vor dem Einbau sollten Messbereich, Einbaulänge, Kanalabmessungen, Strömungsgeschwindigkeit und Schutzart zur Anwendung passen.

Wichtig: AFTF-35 und KFTF-35 sind für Hochfeuchtebereiche konzipiert, jedoch nur für schadstofffreie, nicht kondensierende Luft ohne Über- oder Unterdruck am Sensorelement vorgesehen. Montage und Inbetriebnahme dürfen nur durch Fachpersonal erfolgen. Für die konkrete Installation gelten immer die Angaben der Bedienungs- und Montageanleitung.

Jetzt passende Feuchtesensoren für Pharma & temperaturgeführte Logistik auswählen

In Pharma- und temperaturgeführten Logistikbereichen stellen hohe Luftfeuchte, Temperaturwechsel, Türöffnungen und unterschiedliche Klimazonen besondere Anforderungen an die Messtechnik. AFTF-35 und KFTF-35 sind für solche Hochfeuchteanwendungen ausgelegt und liefern stabile Messwerte für Feuchte, Temperatur und zusätzliche Feuchtekenngrößen.

Für Sie bedeutet das:

  • zuverlässige Messwerte in kritischen Hochfeuchtephasen
  • bessere Grundlage für Kühlung, Lüftung und Entfeuchtung
  • einfache Einbindung in GLT, DDC, SPS oder Monitoring-Systeme
  • mehr Sicherheit bei der Bewertung von Kondensationsrisiken
  • Unterstützung nachvollziehbarer Klima- und Lagerbedingungen

Je nach Einbausituation wählen Sie die passende Variante: AFTF-35 für die direkte Raumluftmessung oder KFTF-35 für den Einbau in Lüftungs- und Klimakanäle.

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FAQ

Welche Feuchtesensoren eignen sich für Pharma- und temperaturgeführte Logistik?

Für Pharma- und Logistikbereiche mit hoher Luftfeuchte, Temperaturwechseln oder erhöhtem Kondensationsrisiko eignen sich betauungsgeschützte Feuchte- und Temperaturfühler. Sie unterstützen stabile Messwerte in Kühlräumen, Pharmalagern, Schleusenbereichen und Lüftungs- oder Klimakanälen.

Wo entstehen in Pharma- und Logistikbereichen typische Feuchteprobleme?

Kritische Bereiche sind vor allem Übergänge zwischen unterschiedlichen Klimazonen, Kühlräume, Schleusen, Umschlagbereiche und Verladezonen. Dort kann warme, feuchte Luft in kältere Bereiche gelangen und Kondensation begünstigen.

Warum ist der Taupunkt in der Kühlkette relevant?

Der Taupunkt hilft dabei, Kondensationsrisiken besser einzuschätzen. Wird warme, feuchte Luft in einen kälteren Bereich eingebracht, kann Feuchtigkeit an Oberflächen, Verpackungen, Regalen oder Sensoren ausfallen.

Wo sollte ein Feuchtefühler in einem Pharmalager montiert werden?

Die Messstelle sollte repräsentativ für den jeweiligen Lager- oder Prozessbereich sein. Zu vermeiden sind direkte Türbereiche, unmittelbare Luftströme von Kühlgeräten oder Auslässen sowie lokale Extremzonen, die nicht das tatsächliche Raumklima abbilden.